Kurz und ehrlich: Wer "Trailpark Fahrenberg" googelt, erwartet gebaute Flow-Trails, einen Lift im Sommerbetrieb und Shuttle am Wochenende. Den Stand muss ich dir geradebiegen: Das alles gibt es aktuell nicht. Der Fahrenberg-Trail ist ein seit 2020 geplantes und hart umstrittenes Projekt, kein fertiger Bikepark. Es gibt ein beschlossenes Konzept namens "Vier Trails in vier Zonen", eine Machbarkeitsstudie und viel Gegenwind von Landwirten und Waldbesitzern. Ich bin Christian Reindl, meine Werkstatt steht gut 10 Kilometer vom Berg entfernt in Vohenstrauß, und ich verfolge das Thema von Anfang an. Hier bekommst du den ehrlichen Stand 2026 ohne Schönfärberei und am Ende, was du am Fahrenberg heute schon legal fahren kannst.
Inhalt
- Der Stand in einem Satz
- Der Fahrenberg: Wallfahrtsberg mit Skilift
- Die Chronik: von der Idee zum Beschluss
- Das Konzept: Vier Trails in vier Zonen
- Warum das Trailcenter so umstritten ist
- Was du heute schon fahren kannst
- Ausrüstung für die Touren am Fahrenberg
- Häufige Fragen
Der Stand in einem Satz
Am Fahrenberg ist 2026 noch kein einziger offizieller Trail gebaut. Was es gibt, ist ein ernstgemeinter Plan mehrerer Gemeinden, den bestehenden Skilift im Sommer für Mountainbiker zu nutzen und ausgewiesene Strecken anzulegen. Dieser Plan hängt aktuell an zwei Dingen: an der LEADER-Förderung und daran, ob sich Befürworter und Gegner vor Ort einig werden. Beides ist offen.
Der Fahrenberg: Wallfahrtsberg mit Skilift
Der Fahrenberg ist mit 801 Metern der Hausberg des Naturparks Oberpfälzer Wald und liegt östlich von Waldthurn im Landkreis Neustadt an der Waldnaab, also direkt bei uns um die Ecke. Oben thront eine Wallfahrtskirche, die seit dem 13. Jahrhundert Pilger anzieht und nach einem Brand bis 1779 wieder aufgebaut wurde. An der nordöstlichen Flanke liegt das Ski- und Snowboardzentrum mit zwei Pisten von 1.100 und 800 Metern Länge samt Lift.
Und genau dieser Lift ist der Kern der ganzen Idee: Er steht im Sommer still. Ihn auch in der warmen Jahreszeit laufen zu lassen, damit Mountainbiker bergauf transportiert werden, ist der wirtschaftliche Hebel hinter dem Trailcenter-Gedanken.

Die Chronik: von der Idee zum Beschluss
Das Thema kocht nicht erst seit gestern. Hier die belegten Stationen, damit du einordnen kannst, wie zäh und wie ernsthaft das Projekt zugleich ist:
| Wann | Was passiert ist |
|---|---|
| 2020 | Zwei junge Mountainbiker bringen die Idee auf. Elf Gemeinden des östlichen Landkreises, die "elf Freunde", beschließen im Juni einstimmig, das Projekt zu prüfen. Geschätzte Investition: rund 250.000 Euro. |
| Dezember 2020 | Der Naturpark Oberpfälzer Wald e.V. beauftragt die RideTime GmbH aus Treuchtlingen, Betreiber der Heumöderntrails, mit einer Machbarkeitsstudie. Kosten: 25.000 Euro, davon 70 Prozent vom Amt für Ländliche Entwicklung. |
| Oktober 2022 | Erste Gesprächsrunde mit rund 50 Teilnehmern. Rund 700 Unterschriften und die Bürgerinitiative "Aktive Mittelerde" stützen das Projekt. Gegner sorgen sich um 150 Jahre alte Bäume und den Wald. |
| Dezember 2023 | Das Projekt wird zur "Zwickmühle": Landwirte und Waldbesitzer stellen sich quer. Die Bayerischen Staatsforsten bringen einen Kompromissvorschlag ein. |
| Februar 2025 | Neun Gemeinden in drei Zonen beschließen das RideTime-Konzept "Vier Trails in vier Zonen", einstimmig, aber nur vorbehaltlich der LEADER-Förderung. Netto-Kosten: 185.900 Euro, 70 Prozent über LEADER. |
| Juli 2025 | Grenzüberschreitender Auftakt in Waldthurn: Eine gemeinsame Machbarkeitsstudie mit der tschechischen Gemeinde Hostouň lotet das Tourismus-Potenzial rund um den Fahrenberg aus. |
Das Konzept: Vier Trails in vier Zonen
Das aktuelle Planungspapier stammt von der RideTime GmbH. Geschäftsführer Robert Rieger und ILE-Umsetzungsbegleiterin Ilona Hunsperger, seit Mai 2024 für den Naturpark im Einsatz, haben es im Februar 2025 in den Gemeinderäten vorgestellt. Der Titel: "Vier Trails in vier Zonen".
Gedacht ist das Ganze größer als nur der Fahrenberg. Drei Zonen liegen im Naturparkland selbst: Nord mit Floß, Flossenbürg und Georgenberg, Mitte mit Vohenstrauß, Leuchtenberg, Waldthurn, Pleystein und Waidhaus, Süd mit Eslarn, Tännesberg und Moosbach. Dazu kommt eine vierte Zone bei Silberhütte. Der Fahrenberg ist das Leuchtturm-Stück der Mitte-Zone, weil hier mit dem Lift schon Infrastruktur steht. Geplant sind ausgeschilderte Trails mit einheitlichem Wegweiser-System und digitaler Dokumentation, verbunden über die bestehenden Radwege. Mehrere Gemeinden haben einstimmig zugestimmt, die Förderzusage über LEADER muss aber erst kommen.
💡 Mein Werkstatt-Tipp: "Die Abfahrten rund um den Fahrenberg sind wurzelig und nach Regen seifig. Bevor ich da runterfahre, prüfe ich zwei Dinge: die Belagstärke an der Bremse (unter 1 Millimeter Reibmaterial bleibt das Rad daheim) und den Reifendruck. Auf dem feuchten Granit-Untergrund fahre ich gut 0,2 bar weniger als auf der Hausrunde, das bringt spürbar mehr Grip."
Warum das Trailcenter so umstritten ist
Auf dem Papier klingt das nach einer reinen Win-Situation: Tourismus für die strukturschwache Region, Sommerbetrieb für den Lift, legale Strecken statt wilder Trampelpfade. In der Praxis ist es genau das, was es in der Zeitung zur "Zwickmühle für Vohenstrauß" gemacht hat.
Der Widerstand kommt vor allem von Landwirten und Waldbesitzern. Die Sorge dahinter: gestörte Waldlebensräume, aufgeschrecktes Wild und Eingriffe in alten Baumbestand. Bei der ersten großen Gesprächsrunde fiel der Satz, man habe Bäume, die 150 Jahre alt seien, und die wolle man erhalten. Das sind keine Spinner, das sind Leute, die ihren Grund schützen.
Ehrlich gesagt: Als Radhändler müsste ich fürs Trailcenter trommeln, ein Bikepark vor der Haustür wäre gut fürs Geschäft. Trotzdem sage ich offen, dass die Gegenseite Punkte hat. Ein Trailcenter funktioniert nur, wenn Wanderer, Waldbesitzer, Jäger und Biker an einem Strang ziehen. Sonst entstehen genau die illegalen Trails, die das Projekt eigentlich verhindern soll. Dass die Bayerischen Staatsforsten 2023 einen Kompromiss angeboten haben, zeigt, dass alle wissen: ohne Einigung wird das nichts.
Was du heute schon fahren kannst
Du musst trotzdem nicht bis zur Fertigstellung warten, um am Fahrenberg in die Pedale zu treten. Was fehlt, sind gebaute Singletrails und ein Lift im Sommer. Was es gibt, sind ganz normale Wald- und Forstwege und mehrere dokumentierte Touren, zum Beispiel die Fahrenberg- und Mitterbergtrails. Die fährst du auf eigene Verantwortung und mit Rücksicht auf Wanderer, Forst und Wild.
| Aspekt | Heute am Fahrenberg (2026) | Geplant ("Vier Trails in vier Zonen") | Für wen lohnt sich das? |
|---|---|---|---|
| Gebaute Flow- und Singletrails | Keine offiziellen | Ausgewiesene Trail-Zonen | Wer gebaute Trails will, muss noch warten |
| Lift im Sommer | Nein, nur Winterbetrieb | Sommernutzung des Skilifts geplant | Gravity-Fans erst nach dem Umbau |
| Touren auf Wald- und Forstwegen | Ja, befahrbar (mit Rücksicht) | Bleibt, plus Beschilderung | Tourenfahrer und Familien: jederzeit |
| Ausgeschilderte Schwierigkeitsstufen | Nein | Grün bis Rot geplant | Einsteiger orientieren sich aktuell selbst |
| Eintritt oder Gebühr | Kein Trailpark, also keine | Lift- und Parkgebühr angedacht | Spätere Vielfahrer rechnen mit Tagespass |

💡 Mein Local-Tipp: "Kombiniere die Tour mit der Wallfahrtskirche am Gipfel und einer Brotzeit im Berggasthof. Unter der Woche vormittags hast du den Berg fast für dich allein. Und beim Parken: nicht wild am Waldrand abstellen, sondern die offiziellen Plätze in Waldthurn nutzen. Genau solche kleinen Konflikte sind der Grund, warum das große Trailcenter so zäh vorankommt."
Ausrüstung für die Touren am Fahrenberg
Solange der offizielle Trailpark Theorie ist, fährst du am Fahrenberg klassische Touren. Dafür reicht ein solides Hardtail oder ein Tourenfully. Worauf ich als Schrauber vor jeder Ausfahrt schaue:
- Bremse: Auf den steilen, oft feuchten Abfahrten zählt Bissigkeit. Mit frischen Bremsbelägen hast du auf nassem Granit deutlich mehr Reserve.
- Werkzeug: Auf die Tour gehört ein kompaktes Multitool. Mehr solides Tour-Werkzeug findest du in der passenden Kategorie.
- Reifendruck: Im Wald entscheidet der Druck über Grip und Pannenschutz. Wie du ihn richtig einstellst, steht im Leitfaden zum richtigen MTB-Reifendruck.
- Orientierung: Wenn die geplanten Stufen kommen, hilft dir mein Beitrag Trail-Schwierigkeitsgrade einfach erklärt bei der Einschätzung.
Wie sich ein fertiger Park anfühlt, erlebst du heute schon im Bikepark Bischofsmais im Bayerischen Wald. Das ist ungefähr die Liga, in die der Fahrenberg langfristig will, auch wenn der Weg dahin noch weit ist.
Häufige Fragen
Gibt es am Fahrenberg schon einen Trailpark?
Nein. Stand 2026 ist kein offizieller Trail gebaut. Es existiert ein beschlossenes Konzept ("Vier Trails in vier Zonen") und eine Machbarkeitsstudie, die Umsetzung hängt aber an der LEADER-Förderung und an der Einigung mit Waldbesitzern und Landwirten.
Was steckt hinter "Vier Trails in vier Zonen"?
Es ist das regionale Konzept der RideTime GmbH für das Naturparkland Oberpfälzer Wald: vier Trail-Zonen (Nord, Mitte, Süd und eine bei Silberhütte) mit einheitlicher Beschilderung. Der Fahrenberg ist das Leuchtturm-Stück der Mitte-Zone, weil dort mit dem Skilift schon Infrastruktur vorhanden ist. Die Netto-Kosten liegen bei 185.900 Euro, 70 Prozent davon sollen über LEADER gefördert werden.
Warum sind manche gegen das Trailcenter?
Vor allem Landwirte und Waldbesitzer sorgen sich um Eingriffe in alten Baumbestand, gestörte Waldlebensräume und aufgeschrecktes Wild. Bei der Bürgerversammlung 2022 ging es unter anderem um 150 Jahre alte Bäume, die erhalten bleiben sollen. Die Bayerischen Staatsforsten haben deshalb 2023 einen Kompromissvorschlag eingebracht.
Kann ich am Fahrenberg trotzdem schon Mountainbike fahren?
Ja. Du fährst auf den normalen Wald- und Forstwegen und auf dokumentierten Touren wie den Fahrenberg- und Mitterbergtrails, allerdings ohne gebaute Singletrails und ohne Lift im Sommer. Nimm Rücksicht auf Wanderer, Forst und Wild und stell dein Auto an den offiziellen Parkplätzen ab.
Wann soll der Trailpark Fahrenberg fertig sein?
Ein festes Eröffnungsdatum gibt es nicht. Die Gemeinden haben 2025 zugestimmt, der Start hängt aber an der Zusage der LEADER-Förderung und am Einvernehmen vor Ort. Seriös lässt sich aktuell kein Jahr nennen, in dem die ersten offiziellen Trails fahrbereit sind.
Ich halte dich auf dem Laufenden, sobald sich am Fahrenberg etwas Konkretes tut. Bis dahin: Wenn du dein Bike für die Touren rund um den Berg fit machen willst, wirf einen Blick auf Ketten und Verschleißteile und prüfe vor jeder Ausfahrt Bremse und Reifendruck (auf nassem Granit lieber etwas weniger Luft!).


