Mal kurz nachgerechnet: Wenn du deine Kette zum Reinigen oder Wachsen abnehmen willst, brauchst du bei den meisten Schlössern jedes Mal ein neues. Ein 11- oder 12-fach-Schloss kostet 6 bis 12 Euro, und Shimano sowie SRAM geben ihre Verschlussglieder offiziell als Einmal-Teil an. Wer alle 500 Kilometer die Kette abnimmt, zahlt im Jahr schnell 30 bis 50 Euro nur fürs Öffnen. Genau hier ist der Connex-Link von Wippermann anders: Du machst ihn mit den Fingern auf, reinigst die Kette, hängst sie wieder ein und fährst weiter. Beliebig oft, ohne neues Teil. Ich baue das Schloss in der Werkstatt seit Jahren ein und erkläre dir, warum wiederverwendbar bei einer gepflegten Kette der ehrlich unterschätzte Spar-Trick ist.
In diesem Beitrag geht es eng um dieses eine Schloss von Wippermann. Wenn du dagegen ein KMC MissingLink oder einen Shimano Quicklink verbaut hast, habe ich dir die jeweils passende Anleitung verlinkt, denn die werden anders behandelt.
Was der Connex-Link ist und was ihn besonders macht
Der Connex-Link ist das Kettenschloss des deutschen Herstellers Wippermann, der seine Ketten unter dem Namen ConneX baut. Ein Kettenschloss ersetzt ein normales Kettenglied und erlaubt dir, die Kette an dieser Stelle zu öffnen und zu schließen, ohne den Niet mit einem Kettennieter auszudrücken. Soweit machen das alle Quicklinks. Der Unterschied steckt in der Bauart: Während ein KMC MissingLink, ein Shimano Quicklink oder ein SRAM PowerLock über eine Presspassung verriegeln, arbeitet der Connex-Link mit einem eingehängten Glied. Du hängst es ein und schiebst es in seine Endlage, fertig. Beim Press-Verschluss wird beim Öffnen Material an den Rasthaken belastet, was das Teil schwächt. Genau das passiert beim Connex-Link nicht.
Das Schloss ist je nach Variante in Silber, Gold oder Schwarz erhältlich, die hochwertigen Reihen sind aus Edelstahl und werden in Deutschland gefertigt. Wichtig ist die Einbaurichtung: Das offene Auge des Glieds zeigt in Laufrichtung nach vorne. Richtig herum montiert öffnet es sich im Fahrbetrieb nie von selbst, weil der Kettenzug es zuzieht statt aufzuschieben. Das ist kein Marketing, das ist schlicht die Geometrie des Hakens.
💡 Mein Werkstatt-Tipp: "Achte beim Einbau wirklich auf die Laufrichtung. Ich habe schon Räder auf dem Ständer gehabt, bei denen der Connex falsch herum drin war, und der Kunde hatte Angst, das Schloss geht auf. Richtig montiert mit dem Auge nach vorne ist mir in über zehn Jahren noch kein einziger Connex-Link unterwegs aufgegangen. Falsch herum kann es bei ungünstigem Lastwechsel tatsächlich passieren."
Warum wiederverwendbar Geld spart und die Kette schont
Erstens sparst du bares Geld. Ein Einweg-Schloss in 11- oder 12-fach kostet pro Stück 6 bis 12 Euro. Nimmst du deine Kette regelmäßig zum gründlichen Reinigen oder fürs Heißwachsen ab, brauchst du bei Einweg-Schlössern jedes Mal ein frisches. Mit dem Connex-Link kaufst du einmal und öffnest danach so oft du willst.
Zweitens, und das ist mir fast wichtiger, schont es den Antrieb. Eine Kette, die du bequem abnehmen kannst, reinigst du auch wirklich gründlich, also im Reiniger oder Wachsbad statt nur mit der Bürste am Rad. Sauberer Antrieb heißt weniger Schleifpaste aus Dreck und Öl zwischen den Gliedern, und das verlängert die Lebensdauer von Kette, Kassette und Kettenblättern. Wer die Kette nie abnimmt, weil ihm jedes Mal das Schloss zu schade ist, pflegt sie auch seltener.
Ehrlich gesagt: Marketing rund um Quicklinks dreht sich fast immer um schnelle Montage und Sicherheit. In der Werkstatt sehe ich den eigentlichen Mehrwert darin, dass ein wiederverwendbares Schloss überhaupt erst dafür sorgt, dass die Kette regelmäßig runterkommt und sauber wird. Der gesparte Schloss-Preis ist nett, der vermiedene vorzeitige Kassettentausch ist das echte Geld.
Connex-Link öffnen und schließen ohne Werkzeug
Das Beste am Connex-Link ist, dass du dafür gar kein Werkzeug brauchst. Mit ein bisschen Übung geht beides in Sekunden. So läuft es ab:
So öffnest du den Connex-Link
- Dreh die Kurbel so, dass das Schloss am unteren Kettentrum frei liegt, da ist die Kette spannungsfrei.
- Nimm das Glied zwischen Daumen und Zeigefinger und stell es leicht hoch, sodass die beiden Außenlaschen Spiel bekommen.
- Drück die Laschen zusammen und schieb sie gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen entlang der Kette. Dadurch wandern die Niete aus der verriegelten Endlage in die offene Position.
- Jetzt ziehst du das Glied auseinander und die Kette ist offen. Bei einem fabrikneuen, strammen Schloss hilft eine Kettengliedzange, nötig ist sie nicht.
So schließt du ihn wieder
Zum Schließen führst du die beiden Kettenenden zusammen und steckst die Niet-Stifte des Schlosses durch die offenen Glieder. Achte darauf, dass das Auge des Schlosses in Laufrichtung nach vorne zeigt. Dann schiebst du die beiden Hälften gegeneinander in ihre Endlage, bis sie spürbar einrasten. Ein kurzer kräftiger Tritt ins Pedal oder ein Zug an der Kette zieht das Schloss endgültig in Position. Zum Schluss prüfst du, ob das Glied frei beweglich ist und sauber sitzt.

💡 Mein Werkstatt-Tipp: "Wenn das Schloss frisch ist und sich schwer öffnen lässt, nicht mit der Zange auf die Laschen hebeln. Ich nehme dann eine alte Kettengliedzange, setze sie an den beiden Nieten an und drücke sie zusammen, das verschiebt die Laschen sauber. Mit jedem Öffnen wird es danach etwas leichter, und nach zwei, drei Mal geht es bei mir nur noch mit den Fingern."
Die richtige Gangzahl wählen (8 bis 12-fach)
Beim Connex-Link gilt dieselbe eiserne Regel wie bei jedem Kettenschloss: Es muss zur Gangzahl deiner Kette passen, weil die Kettenbreite mit jeder zusätzlichen Stufe schmaler wird. Eine 12-fach-Kette ist außen deutlich schmaler als eine 8-fach-Kette, und ein zu breites Schloss läuft nicht sauber durch Schaltwerk und Ritzel. Die gute Nachricht beim Connex: Für die gängigen Gangzahlen gibt es nur wenige Modelle, weil sich mehrere Stufen ein Schloss teilen.
| Connex-Link Variante | Passt auf | Wann empfehlen wir das? |
|---|---|---|
| Connex-Link 8/9/10/11-fach | Alle ConneX- und normgerechten Ketten mit 8, 9, 10 oder 11 Gängen (Reihe deckt mehrere Stufen ab) | Für die allermeisten Trekking-, Touren- und älteren MTB-Räder mit 8 bis 11 Gängen |
| Connex-Link 12-fach | Speziell für 12-fach-Ketten, eigene Ausführung | Für moderne 12-fach-Antriebe an MTB, Gravel und E-Bike, wo es schmaler zugeht |
Auch wenn ein Modell mehrere Gangzahlen abdeckt, heißt das nicht beliebig: Halte dich an die vom Hersteller angegebene Spanne. Im Zweifel kombinierst du eine ConneX-Kette mit dem Connex-Link derselben Reihe, dann ist die Abstimmung garantiert. Eine ConneX-Kette für 12-fach bringt das passende Schloss ab Werk gleich mit.

Du findest die passenden Ketten und Schlösser in unserer Auswahl an Fahrradketten. Achte beim Kauf einfach auf die Gangzahl deines Antriebs, die steht meist auf dem Schaltwerk oder du zählst die Ritzel hinten.
Connex-Link vs. KMC vs. Shimano im Vergleich
Damit du den Connex-Link richtig einordnen kannst, hier der ehrliche Vergleich mit den beiden anderen verbreiteten Schloss-Typen. Farblich von gut bis perfekt sortiert für den Punkt, auf den es bei diesem Thema ankommt, das mehrfache Öffnen:
| Schloss | Verschluss-Prinzip | Mehrfach öffnen? | Bewertung fürs Abnehmen zur Pflege |
|---|---|---|---|
| Connex-Link (Wippermann) | Eingehängtes Glied, kein Press-Sitz | Ja, ausdrücklich für beliebig häufiges Öffnen gemacht | perfekt |
| KMC MissingLink | Press-Sitz mit Rasthaken | R-Serie (z.B. 10R/11R) mehrfach, viele 11- und 12-fach als Einmal-Schloss | besser (modellabhängig) |
| Shimano Quicklink / SRAM PowerLock | Press-Sitz mit Rasthaken | Offiziell als Einmal-Verschluss angegeben, nach Öffnen neues Teil empfohlen | gut, aber Einweg |
Kurz erklärt: Ein Press-Sitz-Schloss rastet ein, indem zwei Hälften ineinandergeschoben werden. Beim Lösen wird an den Rasthaken Material beansprucht, das die Verbindung schwächt. Deshalb sagen Shimano und SRAM klar: einmal verbaut, beim nächsten Öffnen ein neues Schloss. KMC bietet mit der R-Serie wiederverwendbare Modelle, gerade die schmalen 11- und 12-fach-Schlösser sind aber oft Einweg. Welcher KMC-Link wiederverwendbar ist und welcher nicht, klärt mein Beitrag zum KMC MissingLink. Der Connex-Link nimmt diese Frage von vornherein raus.
Für wen sich der Connex-Link wirklich lohnt
Für bestimmte Fahrertypen ist der Connex-Link fast konkurrenzlos:
- Wachs-Fahrer: Wer seine Kette heißwachst, muss sie regelmäßig abnehmen und ins Wachsbad legen. Hier ist ein wiederverwendbares Schloss Pflicht, sonst zahlst du dich mit Einweg-Schlössern arm.
- Pflege-Bewusste und Vielfahrer: Wer die Kette zur Grundreinigung komplett abnimmt statt am Rad zu bürsten, spart bei jedem Zyklus den Schloss-Nachkauf. Bei hoher Kilometerleistung reinigst du häufiger, das summiert sich.
- Schrauber mit gemischtem Fuhrpark: Eine Connex-Reihe deckt 8 bis 11-fach ab, das vereinfacht die Ersatzteilhaltung in der heimischen Werkstatt.
Wer die Kette praktisch nie abnimmt und nur am Rad ölt, kommt mit einem einfachen Schloss genauso hin. Sobald du die Kette aber regelmäßig öffnest, ist der Connex wirklich Gold wert, nicht nur farblich.
Fazit: ein Schloss kaufen statt zehn
Der Connex-Link von Wippermann ist das werkzeugfreie Kettenschloss für alle, die ihre Kette ernst nehmen und regelmäßig zur Pflege abnehmen. Sein eingehängtes Prinzip macht ihn als einziges der gängigen Schlösser bewusst wiederverwendbar, während Shimano und SRAM auf Einweg setzen und KMC nur teilweise mehrfaches Öffnen erlaubt. Du wählst ihn nach Gangzahl, öffnest und schließt ihn mit den Fingern in Sekunden, und sparst dir auf Dauer den ständigen Schloss-Nachkauf. Wichtiger noch: Weil das Abnehmen so leicht wird, pflegst du die Kette häufiger und rettest damit die teure Kassette vor dem Mitverschleiß.
Wenn du auf eine ConneX-Kette umsteigen oder einfach das passende Schloss zu deinem Antrieb finden willst, schau dir unsere Fahrradketten an (und achte auf die richtige Gangzahl, 8 bis 11-fach teilen sich ein Schloss, 12-fach hat ein eigenes).
Häufige Fragen zum Connex-Link
Ist der Connex-Link wirklich wiederverwendbar?
Ja. Der Connex-Link von Wippermann ist ausdrücklich für beliebig häufiges Öffnen und Schließen gemacht. Er verriegelt nicht über eine Presspassung, die beim Öffnen Material verliert, sondern über ein eingehängtes Glied. Deshalb kannst du ihn praktisch unbegrenzt oft öffnen, etwa um die Kette zum Reinigen oder Wachsen abzunehmen, ohne jedes Mal ein neues Schloss zu brauchen.
Passt ein Connex-Link auf jede Kette?
Er muss zur Gangzahl passen, weil die Kettenbreite je Stufe variiert. Ein Modell deckt die Reihe 8, 9, 10 und 11-fach ab, für 12-fach gibt es eine eigene Ausführung. Innerhalb der passenden Gangzahl ist der Connex-Link mit allen ConneX-Ketten und normgerechten Ketten dieser Stufe kompatibel. Im Zweifel kombinierst du eine ConneX-Kette mit dem Connex-Link derselben Reihe.
Wie öffne ich den Connex-Link ohne Werkzeug?
Dreh die Kette so, dass das Schloss am unteren, spannungsfreien Trum liegt. Nimm das Glied zwischen Daumen und Zeigefinger, stell es leicht hoch, drück die beiden Laschen zusammen und schieb sie gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen entlang der Kette. Dann lässt sich das Glied aushängen. Bei einem fabrikneuen, noch strammen Schloss hilft eine Kettengliedzange, mit etwas Übung geht es nur mit den Fingern.
Was ist der Unterschied zum KMC MissingLink oder Shimano Quicklink?
KMC MissingLink, Shimano Quicklink und SRAM PowerLock verriegeln über eine Presspassung mit Rasthaken. Shimano und SRAM geben ihre Schlösser offiziell als Einmal-Teil an, nach dem Öffnen soll ein neues verbaut werden. KMC bietet mit der R-Serie wiederverwendbare Modelle, viele schmale 11- und 12-fach-Schlösser sind aber Einweg. Der Connex-Link hängt sich dagegen ein und ist gezielt fürs mehrfache Öffnen gebaut.
Kann sich der Connex-Link beim Fahren von selbst öffnen?
Bei korrekter Montage nicht. Entscheidend ist die Laufrichtung: Das offene Auge des Glieds muss in Fahrtrichtung nach vorne zeigen. Dann zieht der Kettenzug das Schloss zu statt auf, und es bleibt sicher geschlossen. Nur falsch herum eingebaut kann es bei ungünstigem Lastwechsel theoretisch aufgehen. Prüfe nach dem Schließen kurz, ob das Glied frei beweglich ist und richtig sitzt.


