Pedale sind das unscheinbarste Bauteil am Rad und gleichzeitig dein einziger Kraftkontakt zum Antrieb - und genau hier sparen viele am falschen Ende oder kaufen das falsche System. Wer vom Plattformpedal aufs Klicksystem wechselt, merkt den Unterschied bei jeder Bergauffahrt, und wer das falsche Klicksystem wählt, läuft am Café-Stopp wie auf rohen Eiern. Ich bin Christian Reindl, schraube täglich Pedale an alle Arten von Rädern, und ich sortiere dir hier ohne Marketing-Sprech, welche Typen es gibt und welcher wirklich zu deinem Fahrstil passt.
Inhalt
- Die drei Pedal-Typen im Überblick
- Plattformpedale: einfach und sicher
- Klickpedale: SPD und SPD-SL
- Kombi-Pedale für den Alltag
- Welcher Typ passt zu dir?
- Häufige Fragen
Die drei Pedal-Typen im Überblick
Grundsätzlich gibt es drei Familien, und jede hat ihre Daseinsberechtigung:
| Typ | Verbindung zum Schuh | Stärke | Wann empfehlen wir das? |
|---|---|---|---|
| Plattform (Flat) | keine, nur Grip über Pins | jederzeit absteigen, jeder Schuh | Stadt, Einsteiger, Downhill, Alltag |
| Klick (SPD) | fest eingeklickt, 2-Loch-Cleat | runder Tritt, gut laufbar | MTB, Gravel, Touren, Pendeln mit Klick |
| Klick (SPD-SL) | fest eingeklickt, 3-Loch-Cleat | maximale Kraftübertragung | Rennrad und sportliches Training |
| Kombi | eine Seite Flat, eine Seite SPD | flexibel ohne Radschuh | Alltag und gemischte Nutzung |
Plattformpedale: einfach und sicher
Das Plattformpedal kennt jeder: eine breite Auflagefläche, oft aus Aluminium mit kleinen Pins, die für Grip sorgen. Du brauchst keinen speziellen Schuh und kannst jederzeit den Fuß abstellen - das macht Flat-Pedale ideal für die Stadt, für Einsteiger und fürs technische Gelände, wo schnelles Absteigen zählt. Gute Modelle wie die CNC-Aluminium-Pedale mit 14 Pins oder die Tatze Contact mit 10 Pins bieten dabei deutlich mehr Halt als die dünnen Plastikpedale ab Werk.
💡 Mein Werkstatt-Tipp: "Wenn dir auf nassen Plastikpedalen ständig der Fuß abrutscht, liegt das nicht an dir, sondern am fehlenden Grip. Ein Satz Alu-Pedale mit Pins kostet wenig und macht das Rad sofort sicherer - das ist eines der lohnendsten kleinen Upgrades überhaupt."

Klickpedale: SPD und SPD-SL
Beim Klickpedal verbindest du dich über eine Cleat unter dem Schuh fest mit dem Pedal. Das bringt einen runderen Tritt und bessere Kraftübertragung, weil du nicht nur drückst, sondern auch ziehen kannst. Es gibt zwei große Systeme:
- SPD (2-Loch): Die Cleat sitzt versenkt in der Sohle, du kannst damit normal laufen. Robust, leicht ein- und auszuklicken, perfekt für MTB, Gravel, Touren und Pendeln. Ein bewährtes Pedal ist das Shimano Deore XT PD-M8100.
- SPD-SL (3-Loch): Die große Cleat sitzt außen unter dem Rennradschuh und bietet maximale Auflagefläche. Top für die Kraftübertragung am Rennrad, aber das Laufen damit ist mühsam und nutzt die Cleats schnell ab.
Welches der beiden für dich besser ist, vertiefe ich im direkten Vergleich. Kurz gesagt: SPD ist der Allrounder, SPD-SL der Spezialist fürs Rennrad. Beide brauchen passende Schuhe mit Cleat-Aufnahme.
Kombi-Pedale für den Alltag
Du willst sportlich klicken, aber auch mal mit normalen Schuhen zum Bäcker? Dann sind Kombi-Pedale die Lösung. Diese haben eine Seite mit SPD-Mechanismus und eine flache Seite, sodass du je nach Schuh entscheidest. Das Tatze Two-Face Plattform-SPD macht genau das und ist ideal, wenn ein Rad mehrere Rollen spielt.
Welcher Typ passt zu dir?
Ehrlich gesagt gibt es kein bestes Pedal, nur das passende für deinen Einsatz. Fährst du Stadt, Alltag oder steigst oft ab, bleibt das Plattformpedal unschlagbar einfach. Willst du auf Touren und am Berg effizienter treten und bist bereit, das Ein- und Ausklicken zu üben, führt am SPD kein Weg vorbei. Am Rennrad mit Fokus auf Leistung ist SPD-SL gesetzt. Und wer beides will, greift zum Kombipedal. Den passenden Pedalschlüssel für die Montage findest du im Fahrradwerkzeug, und wie du speziell fürs MTB zwischen Flat und Klick wählst, liest du im Ratgeber Mountainbike-Pedale.
💡 Mein Werkstatt-Tipp: "Wer zum ersten Mal auf Klickpedale umsteigt, sollte die Auslösehärte am Pedal ganz weich einstellen und das Ein- und Ausklicken im Stand an der Wand üben. Fast jeder kippt einmal um, weil er an der Ampel zu spät auslöst - mit weicher Einstellung passiert das deutlich seltener."

Häufige Fragen
Welche Pedale sind die richtigen für mich?
Das hängt vom Einsatz ab. Für Stadt und Alltag sind Plattformpedale ideal, fürs MTB und für Touren SPD-Klickpedale, fürs Rennrad SPD-SL. Wer flexibel bleiben will, nimmt ein Kombipedal mit Flat- und SPD-Seite.
Was ist der Unterschied zwischen SPD und SPD-SL?
SPD nutzt eine kleine 2-Loch-Cleat, die in der Sohle versenkt ist - damit kannst du laufen, ideal fürs MTB. SPD-SL hat eine große 3-Loch-Cleat fürs Rennrad mit maximaler Kraftübertragung, aber schlechter Laufbarkeit.
Brauche ich für Klickpedale spezielle Schuhe?
Ja. Klickpedale funktionieren nur mit Schuhen, die eine Cleat-Aufnahme haben. SPD-Schuhe nehmen die 2-Loch-Cleat auf, Rennradschuhe die 3-Loch-Cleat. Für Plattformpedale reicht jeder normale Schuh.
Sind Klickpedale gefährlich für Anfänger?
Mit etwas Übung nicht. Stelle die Auslösehärte weich ein und übe das Aus- und Einklicken zuerst im Stand. Wer unsicher ist oder oft im Stadtverkehr anhält, fährt mit Plattform- oder Kombipedalen entspannter.
Überleg dir, wie und wo du am häufigsten fährst, dann ist der passende Pedaltyp schnell gefunden (Achte beim Klicksystem auf die passenden Schuhe und übe das Ausklicken zuerst im Stand!).


