SPD-SL-Rennradpedal mit Cleat am Rennradschuh

Rennrad-Pedale: SPD-SL, SPD und welches Klicksystem dir wirklich bringt

SPD-SL, SPD, Look - welche Pedale fürs Rennrad? Ich vergleiche die Klicksysteme nach Kraftübertragung, Laufbarkeit und Robustheit und zeige, welches wirklich zu dir passt.

Fahrradpedale: Flat, Klick und SPD - welcher Typ passt zu dir? Du liest Rennrad-Pedale: SPD-SL, SPD und welches Klicksystem dir wirklich bringt 5 Minuten Weiter Flat-Pedale: worauf es bei Plattformpedalen wirklich ankommt

Am Rennrad entscheiden die Pedale mehr über deine Effizienz, als die meisten glauben - und trotzdem stehen Einsteiger ratlos vor SPD-SL, SPD, Look und Speedplay. Die gute Nachricht: Für die allermeisten läuft es auf eine einfache Frage hinaus, nämlich Renntempo oder Vielseitigkeit. Ich bin Christian Reindl, baue Rennrad-Antriebe seit Jahren auf, und ich nehme dir hier die Verwirrung: Was bringt das große SPD-SL-System wirklich, wann ist das kompakte SPD die klügere Wahl, und worauf kommt es beim Umstieg an?

Inhalt

Warum am Rennrad Klickpedale?

Auf dem Plattformpedal drückst du nur nach unten. Mit einem Klickpedal bist du fest mit dem Pedal verbunden und kannst über die gesamte Kurbelumdrehung Kraft abgeben, auch im Zug nach oben. Das Ergebnis ist ein runderer, effizienterer Tritt, der sich besonders am Berg und bei langen Antritten bemerkbar macht. Welche Pedaltypen es grundsätzlich gibt, erkläre ich im Überblick rund um Fahrradpedale. Am sportlichen Rennrad ist die Frage also nicht ob Klick, sondern welches Klicksystem.

SPD-SL gegen SPD im Vergleich

Die beiden gängigsten Systeme von Shimano sind SPD-SL und SPD. So unterscheiden sie sich in der Praxis:

Eigenschaft SPD-SL (3-Loch) SPD (2-Loch) Wann empfehlen wir das?
Auflagefläche sehr groß, beste Kraftübertragung kleiner, gut, aber etwas weniger direkt SPD-SL fürs reine Renntempo
Laufbarkeit mühsam, Cleat steht vor gut, Cleat in der Sohle versenkt SPD, wenn du auch mal absteigst
Robustheit Kunststoff-Cleat verschleißt Metall-Cleat sehr haltbar SPD für Vielfahrer und Pendler
Einsatz Rennrad, Wettkampf Gravel, Touren, Einsteiger-Rennrad nach deinem Hauptzweck
💡 Mein Werkstatt-Tipp: "Viele Rennrad-Einsteiger sind mit SPD glücklicher, als sie denken. Du kannst an der Ampel und im Café entspannt laufen, die Cleats halten ewig, und der Effizienzverlust gegenüber SPD-SL ist für alle, die nicht um Sekunden kämpfen, kaum spürbar."

Grosse SPD-SL-Cleat neben kleiner SPD-Cleat im Vergleich

Welches System für welchen Fahrer?

Ehrlich gesagt führt für den ambitionierten Rennradfahrer, dem es um Leistung und jeden Watt geht, kaum ein Weg an SPD-SL vorbei - die große Plattform überträgt die Kraft einfach am direktesten. Für alle anderen ist SPD oft die klügere Wahl: Du fährst es am Gravelbike genauso wie am Rennrad, kannst damit laufen und musst die Cleats seltener tauschen. Ein bewährtes, vielseitiges SPD-Pedal ist das Shimano Deore XT PD-M8100, das auch am sportlichen Rad eine sehr gute Figur macht. Wer ein Rad für mehrere Zwecke nutzt, kann auch über ein Kombipedal wie das Tatze Two-Face nachdenken.

Neben Shimano gibt es weitere Rennrad-Systeme wie Look Keo oder Speedplay, die nach demselben Prinzip funktionieren, aber eigene Cleats nutzen. Für den Einstieg musst du dir darüber nicht den Kopf zerbrechen: Wichtig ist nur, dass Pedal, Cleat und Schuh zum selben System gehören. Am Gravelbike, das auf rauen Wegen auch mal Schieben verlangt, hat sich SPD klar durchgesetzt, weil du damit problemlos laufen kannst. Wer zwischen Rennrad und Gravel pendelt, fährt mit einem einzigen SPD-Setup an beiden Rädern oft am unkompliziertesten und spart sich zwei verschiedene Schuhpaare.

Der Umstieg: Cleats und Einstellung

Beim Wechsel auf Klickpedale entscheidet die richtige Cleat-Position über Komfort und Knie-Gesundheit. Setze die Cleat so, dass der Ballen über der Pedalachse sitzt, und stelle die Auslösehärte am Anfang weich ein. Geübt wird zuerst im Stand an der Wand, bevor du in den Verkehr gehst. Die Montage der Pedale selbst geht mit dem passenden Pedalschlüssel aus dem Fahrradwerkzeug schnell von der Hand - achte dabei auf das Linksgewinde am linken Pedal. Eine genaue Anleitung zum Wechsel findest du unter Fahrradpedale lösen.

💡 Mein Werkstatt-Tipp: "Tausche SPD-SL-Cleats rechtzeitig. Abgelaufene Kunststoff-Cleats lösen unkontrolliert aus oder klemmen - beides ist gefährlich. Die kleinen Verschleißmarkierungen an der Cleat verraten dir, wann es Zeit wird."

Rennradpedal wird mit Pedalschluessel montiert

Häufige Fragen

SPD oder SPD-SL fürs Rennrad?

SPD-SL bietet die beste Kraftübertragung und ist erste Wahl für sportliche Rennradfahrer. SPD ist vielseitiger, gut laufbar und robuster - ideal für Gravel, Touren und Einsteiger, die auch mal absteigen wollen.

Kann ich am Rennrad SPD-Pedale fahren?

Ja, problemlos. Viele fahren SPD am Rennrad, weil sie damit laufen können und die Cleats länger halten. Der Effizienzverlust gegenüber SPD-SL ist für die meisten kaum spürbar.

Wie oft muss ich Cleats tauschen?

Das hängt vom Laufen und der Nutzung ab. SPD-SL-Cleats aus Kunststoff verschleißen schneller, oft nach einer Saison, SPD-Cleats aus Metall halten deutlich länger. Verschleißmarkierungen zeigen den Zeitpunkt an.

Sind Klickpedale am Rennrad gefährlich?

Mit Übung nicht. Stelle die Auslösehärte weich ein und übe das Aus- und Einklicken im Stand. Nach kurzer Eingewöhnung läuft das Ausklicken automatisch, und du profitierst vom effizienteren Tritt.

Welche Schuhe brauche ich für Rennrad-Pedale?

Für SPD-SL brauchst du Rennradschuhe mit 3-Loch-Aufnahme, für SPD MTB- oder Gravelschuhe mit 2-Loch-Aufnahme. Pedal, Cleat und Schuh müssen immer zum selben System gehören, sonst klickst du nicht ein.

Frag dich ehrlich, ob es dir um den letzten Watt oder um Vielseitigkeit geht - danach fällt die Wahl leicht (Stelle die Cleat-Position sauber ein und die Auslösehärte anfangs weich!).

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