Du stehst vor einem CUBE im Laden, liest "entwickelt in Bayern" und denkst dir, das Rad wird also komplett in Deutschland gebaut. So einfach ist es nicht - und genau dieser Punkt entscheidet, ob du beim Kauf realistische Erwartungen hast oder dich später ärgerst. Die kurze Antwort vorweg: CUBE wurde 1993 in Waldershof in der Oberpfalz gegründet und ist heute eine der größten Fahrradmarken. Entwicklung, Montage und Logistik sitzen tatsächlich in Waldershof. Die Rahmen selbst werden aber - wie bei fast allen großen Marken - in Asien gefertigt. Ich bin Christian Reindl, schraube täglich in der Werkstatt an Bikes und sortiere dir hier ein, was hinter dem Namen CUBE wirklich steckt.

Inhalt
- Die Gründung 1993: 160 Bikes und 50 Quadratmeter
- Vom Studentenprojekt zur Weltmarke
- Was in Waldershof wirklich passiert
- Wo die Rahmen herkommen: ehrlich erklärt
- CUBE im Vergleich: Wann lohnt sich die Marke?
- Was ich in der Werkstatt an CUBE-Bikes sehe
- Häufige Fragen zu CUBE
Die Gründung 1993: 160 Bikes und 50 Quadratmeter
Die Geschichte von CUBE klingt fast zu gut, um wahr zu sein, ist es aber. 1993 gründete Marcus Pürner die Marke im oberpfälzischen Waldershof, am Rand des Fichtelgebirges. Pürner war damals noch Student und startete auf gerade einmal 50 Quadratmetern in der Möbelfabrik seines Vaters. Der erste Schritt: der Import von 160 günstigen Mountainbikes aus Asien. Kein Hightech-Werk, keine Roboterstraße - eine Ecke in einer Fabrikhalle und eine Idee.
Genau dieser Ursprung ist wichtig, wenn du die Marke heute einordnen willst. CUBE war von Anfang an ein Unternehmen, das in Deutschland geplant und entwickelt hat, die Hardware aber aus Asien bezog. Das ist kein Makel, sondern der ganz normale Weg, den die Fahrradbranche damals wie heute geht. Wer dir erzählt, CUBE habe von Tag eins alles selbst geschmiedet, erzählt eine Legende.
Vom Studentenprojekt zur Weltmarke
Aus den 160 Bikes von 1993 wurde innerhalb von drei Jahrzehnten eine der größten Fahrradmarken überhaupt. CUBE deckt heute fast jedes Segment ab: E-Bike, Mountainbike, Gravel, Rennrad, Tourenrad und Kinderräder. Verkauft wird in über 60 Ländern. In der Region rund um Waldershof gehört CUBE mit rund 1.000 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern.
2002 entstand die erste große Produktionsstätte in Waldershof. 2016 folgte ein modernes Fahrrad- und Logistikzentrum mit rund 55.000 Quadratmetern Fläche. Heute laufen hier bis zu 4.000 Fahrräder pro Tag von den Montagebändern. Diese eine Zahl reicht völlig, um die Dimension zu verstehen - ich verzichte bewusst auf wilde Jahres-Hochrechnungen, weil die in vielen Texten schlicht nicht zusammenpassen und am Ende niemandem helfen.
💡 Mein Werkstatt-Tipp: "Lass dich von Marken-Mythen nicht blenden. Mich interessiert nicht, wie groß ein Hersteller ist, sondern wie gut die verbauten Komponenten zueinander passen. Bei CUBE schaue ich immer zuerst auf Schaltgruppe, Bremse und Laufradsatz, nicht aufs Logo am Steuerrohr."
Was in Waldershof wirklich passiert
In Waldershof sitzt das Herz der Marke, aber nicht im Sinne von "hier wird jeder Rahmen geschweißt". Was hier tatsächlich läuft, ist gewaltig und trotzdem ehrlich abgegrenzt: Entwicklung, Konstruktion, Montage und Logistik. Die einzelnen Bauteile kommen aus Asien an, werden im Werk zu kompletten Fahrrädern zusammengebaut und von dort in die ganze Welt verschickt. CUBE montiert damit einen großen Teil seiner Räder in Deutschland - und das hebt die Marke von vielen Wettbewerbern ab, die komplett in Taiwan oder China fertigen lassen.
Auch die Entwicklung passiert in Bayern. Designs und technische Vorgaben entstehen in Waldershof, gehen dann zur Prototypenfertigung nach Asien und kommen für Tests wieder zurück. Diesen Kreislauf solltest du im Kopf haben, wenn du das Wort "Made in Germany" liest: Es stimmt für Entwicklung und Montage, nicht für jedes einzelne Rohr am Rahmen.

Wo die Rahmen herkommen: ehrlich erklärt
Jetzt zum Punkt, an dem viele Markenportraits unsauber werden. Die Rahmen von CUBE - egal ob Aluminium oder Carbon - werden in Asien gefertigt, üblicherweise in Ländern wie Taiwan oder Kambodscha. Das ist kein Geheimnis und kein schlechtes Zeichen. Praktisch jede große Fahrradmarke macht das so, weil das Know-how und die Fertigungskapazität für Rahmen dort sitzen.
Ehrlich gesagt: Ein in Asien gefertigter Rahmen ist heute kein Qualitätsproblem, sondern Industriestandard. Die Werke dort bauen seit Jahrzehnten für die halbe Branche und beherrschen ihr Handwerk. Wichtiger als das Herkunftsland ist die Konstruktion, die Materialqualität und die Endkontrolle - und die liegt bei CUBE in Bayern. Wenn dir jemand erzählt, CUBE schmiede alle Rahmen unter einem Dach in Waldershof selbst, dann ist das schlicht falsch. Ich sage dir das lieber direkt, als dass du es später enttäuscht herausfindest.
CUBE im Vergleich: Wann lohnt sich die Marke?
Marke allein kauft kein gutes Bike. Damit du CUBE realistisch einordnen kannst, hier die Punkte, auf die es aus Werkstattsicht wirklich ankommt - inklusive klarer Empfehlung, wann was zu dir passt.
| Aspekt | CUBE typisch | Worauf du achten solltest | Wann empfehlen wir das? |
|---|---|---|---|
| Entwicklung & Montage | in Waldershof, Bayern | kurze Wege bei Service und Ersatzteilen | Wenn dir guter Händler-Support und Verfügbarkeit wichtig sind |
| Rahmenfertigung | in Asien (Alu & Carbon) | normaler Branchenstandard, kein Nachteil | Wenn dich Herkunft weniger stört als Preis-Leistung |
| Modellvielfalt | E-Bike, MTB, Gravel, Rennrad, Kids | passende Ausstattung statt nur Segment | Wenn du eine Marke für die ganze Familie willst |
| Komponenten | oft Shimano/SRAM-Standard | Wartung & Ersatzteile gut verfügbar | Wenn du später selbst schrauben oder günstig warten willst |
| Preis-Leistung | meist stark im Mittelfeld | Ausstattung pro Euro vergleichen | Wenn du ohne Boutique-Aufpreis solide Technik suchst |
Der große Vorteil aus meiner Sicht: CUBE setzt fast durchgehend auf Standard-Komponenten von Shimano oder SRAM. Das macht die Wartung einfach und die Ersatzteilversorgung günstig. Eine passende Shimano Deore 12-fach Kassette bekommst du problemlos, statt dich an proprietäre Sonderlösungen zu binden. Und wer regelmäßig selbst Hand anlegen will, findet die passenden Helfer in unserem Fahrradwerkzeug-Sortiment.
Was ich in der Werkstatt an CUBE-Bikes sehe
CUBE-Räder landen bei mir regelmäßig auf dem Montageständer, und das gibt einen ganz nüchternen Eindruck jenseits von Marketing. Die Verarbeitung ist solide, die Komponentenwahl meist sinnvoll für die jeweilige Preisklasse. Was ich jede Woche sehe: Es scheitert selten am Rad, sondern an fehlender Pflege. Eine trockene, schmutzige Kette frisst den Antrieb - egal welche Marke draufsteht.
Gerade bei den vielen CUBE E-Bikes ist der Antrieb der Knackpunkt. Die höhere Belastung durch den Motor lässt Kette und Kassette schneller verschleißen. Wer hier regelmäßig reinigt und schmiert, holt locker das Doppelte an Kilometern raus. Wie das richtig geht, habe ich dir Schritt für Schritt in meiner Anleitung zum Fahrradkette reinigen, ölen und schmieren aufgeschrieben.
💡 Mein Werkstatt-Tipp: "Bei CUBE E-Bikes kontrolliere ich den Kettenverschleiß früher als bei reinen Bio-Bikes. Ich messe alle 1.000 bis 1.500 Kilometer mit der Lehre nach. Wer zu lange wartet, tauscht am Ende Kette und Kassette zusammen - das kostet unnötig doppelt."
Ein zweiter Klassiker: das Licht. Viele CUBE-Modelle ohne Lichtanlage werden im Alltag gefahren, ohne dass jemand an die StVZO denkt. Eine ordentliche Sigma Fahrradbeleuchtung nachzurüsten ist schnell erledigt und macht dich im Dunkeln sichtbar. Worauf du beim Lumen-Wert achten solltest, erkläre ich im Beitrag zu sicher und sichtbar unterwegs mit Sigma.
Häufige Fragen zu CUBE
Wann und von wem wurde CUBE gegründet?
CUBE wurde 1993 von Marcus Pürner im oberpfälzischen Waldershof gegründet. Pürner war damals Student und startete auf rund 50 Quadratmetern in der Möbelfabrik seines Vaters mit dem Import von 160 Mountainbikes aus Asien.
Werden CUBE-Fahrräder komplett in Deutschland gebaut?
Nein. Entwicklung, Montage und Logistik finden in Waldershof in Bayern statt, ein großer Teil der Räder wird dort montiert. Die Rahmen selbst werden aber - wie bei fast allen großen Marken - in Asien gefertigt. "Komplett Made in Germany" trifft also nicht zu.
Wo werden die Rahmen von CUBE hergestellt?
Die Aluminium- und Carbonrahmen von CUBE werden in Asien gefertigt, üblicherweise in Ländern wie Taiwan oder Kambodscha. Das ist Industriestandard und kein Qualitätsnachteil, da die dortigen Werke für einen Großteil der Branche produzieren.
Wie viele Fahrräder produziert CUBE in Waldershof?
Im Logistik- und Montagezentrum in Waldershof laufen bis zu 4.000 Fahrräder pro Tag von den Bändern. Mit rund 1.000 Mitarbeitern gehört CUBE zu den größten Arbeitgebern der Region.
Lohnt sich ein CUBE aus Werkstattsicht?
CUBE bietet meist solide Preis-Leistung und setzt auf Standard-Komponenten von Shimano oder SRAM, was Wartung und Ersatzteile günstig hält. Entscheidend ist nicht das Logo, sondern die konkrete Ausstattung und regelmäßige Pflege von Antrieb und Bremsen.
Mein Fazit: CUBE ist ein Paradebeispiel dafür, wie aus einer kleinen Idee in einer Möbelfabrik eine Weltmarke werden kann - ohne dass man die Herkunft der Rahmen schönreden muss. Entwicklung und Montage in Bayern, Rahmen aus Asien, durchdachte Standard-Technik: Das ist ein ehrliches Gesamtpaket. Wenn du dein CUBE lange fahren willst, halte einfach Antrieb und Bremsen in Schuss. Den passenden Dr. Wack F100 Kettenöl-Schmierstoff findest du bei uns - und wenn du die richtige Kettenlänge dazu brauchst (achte auf die Gliederzahl deiner Schaltung), hilft dir meine Anleitung zum Kettenlänge bestimmen weiter.


